Ok, ich habe Zeit und brauche Geld. Ich habe gelesen, dass man mit Blogs schreiben Geld verdienen kann. Das habe ich in einem Blog gelesen (Link zum Blog), der mit meinem Klick also auch ganz einfach Geld verdient. Da ich ja Verfasser eines Blogs bin, ist das die perfekte Lösung. Jedoch trübt sich die Zuversicht je weiter ich den angesprochenen Blog lese. Man benötigt mindestens 1000 Leser pro Tag, damit sich das auch nur ein wenig rechnet. Momentan habe ich 6 Views am Tag, 2 davon sind von mir und ein zusätzlichen View bekomme ich von einem Kollegen, der meine Statistik etwas aufwerten möchte. Fällt also, aus das Ganze. In meiner „Inbox“ meines Mailpostfaches fand ich dann aber folgende Mail:

Werden Sie noch Heute Medikamententester! Je nach Länge der Studie und Medikamentenart, können Sie bis zu 100 € oder sogar 200 € am Tag als Medikamententester verdienen […] warten Sie nicht […] greifen Sie zu […] Superpille […] übermenschliche Fähigkeiten […] Ihr Land braucht Sie […]

Hört sich erstmal verlockend an. Was soll da schon passieren, sind ja überall Ärzte um einen rum, die werden einem dann schon unter die Arme helfen, sollte irgendwas sein. Schnell wurde ich im Internet auch fündig und machte entsprechend einen Termin aus. Ich hatte nun wahrlich keine Ahnung, wie ich mich vorbereiten sollte, es ist ja quasi ein Bewerbungsgespräch. Also den feinsten Anzug an, Lebenslauf aufpoliert und ausgedruckt und dann mit gekämmten Haaren aus der Haustür.

Im Vorgespräch wurde meine Vergangenheit durchleuchtet, medizinisch gesehen. Ob ich rauche, ob ich trinke oder ob ich andere Medikamente zu mir nehme. Natürlich habe ich alles verneint, selbstverständlich. Nun kam auch die Frage, ob ich Beschwerden habe, die meiner Meinung nach behandelt werden müssten.

„Ich hätte gerne etwas gegen rektale Amnesie.“, sage ich.

„Rektale Amnesie?“, fragte die blonde Ärztin mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Ja, ich würde gerne nicht mehr vergessen auf alles zu scheißen! Ständig mache ich mir zu allem einen Kopf, bin dauernd unter Strom, nehme mir alles zu Herzen. Dagegen hätte ich gerne etwas.“, entgegne ich ihr in einer Selbstverständlichkeit die keinen Zweifel an meiner Eigendiagnose zulässt.

„Sie hätte also gerne rektale Amnesie? Wollen einfach mal nicht an alles und jeden denken?“, fragt sie mich. Ihr kleines aber doch diabolisches Grinsen macht mich etwas stutzig. Irgendwas sagt mir gerade, dass sie sich einen Gedanken.High.Five gibt. Ich werde unsicher aber Frau Doktor beruhigt mich gleich wieder in dem sie mir mitteilt, dass ich zur stationären Behandlung drei Tage im Krankenhaus bleiben, danach aber nach Hause kann. Für die kleine Unannehmlichkeit werde ich mir 1350 € entschädigt.

„Super, machen wir so! Wir beginnen sofort“, sage ich.

6 Tage später

Ganz ehrlich. Ich weiß nicht, was die letzten sechs Tage passiert ist. Ich bin in meiner Wohnung erwacht. Überall liegen Pizzakartons rum. Kartoffelchipsreste sind auf dem gesamten Teppich verteilt. Ich habe nicht an außer einer … verdammt, das darf nicht wahr sein … ich bin nackt bis auf eine … eine Windel. Ich trage verflucht noch mal eine Windel. Ich falle zurück auf das Sofa und habe ein Falshback. Frau Doktor grinst nicht nur, nachdem ich die ersten Pillen geschluckt habe, sie lacht hämisch wie ein verrückter und böser Professor.

Mit einer verrückt-verstellten Stimme höre ich SIe sagen: „Du willst vergessen zu scheißen? Das wirst du für die nächsten sechs Tag!“ Und wieder lacht sie lauthals.

Wie sich später rausstellt, hat man mir ein sehr starkes Mittel gegen Durchfall verabreicht, welches jedoch nie zugelassen worden ist, da es den Stuhlgang gänzlich verhindert. Die Windel war eine nette Geste und gleichzeitig die Spitze des Hohnes.

Es grüßt

Mick Elodeon

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